1. Juli 2020 cb

Kann man ein Elektroauto an einer Steckdose laden?

Wallboxen für Elektroautos: Besser fest installiert als mobil

Elektroauto an einer Steckdose laden

Das Aufladen beschäftigt alle Nutzer von Elektroautos. Viele laden ihr Fahrzeug nicht nur unterwegs, sondern auch zu Hause an einer Steckdose. Dabei stellt sich die Frage nach der geeigneten Ladeart. Es gibt zwei Möglichkeiten: das Laden an einer fest installierten Wallbox mit Starkstrom und die Nutzung einer Haushaltssteckdose. Die feste Variante erfordert eine professionelle Planung und Installation. Das verursacht Aufwand und Kosten. Mobile Wallboxen (ICCB) liefert meist das Autohaus mit. Der Nutzer schließt sie einfach an die Steckdose im Haus oder in der Garage an. Das ist praktisch, bringt aber auch Risiken und Nachteile mit sich.

 

Gefahren durch fehlerhafte Leitungen

An einer Haushaltssteckdose laden Elektroautos, anders als übliche Haushaltsgeräte, über viele Stunden mit hohem Strom. Für die Dauerbelastung sind diese Steckdosen nicht ausgelegt. Das Problem wird durch alte, verschmutzte oder verzweigte Leitungen verstärkt. Manchmal ist auch nicht klar, ob die Stromkabel korrekt verlegt sind. Hinzu kommen mögliche Fehler beim Anschluss des Fahrzeugs, etwa die Verwendung von Verlängerungen oder Verteilersteckdosen.

Das sind keine sicheren Bedingungen für das Aufladen eines Elektroautos. Es kann zur Überlastung der Stromleitungen bis hin zum Brand kommen. Wer sein Auto an der Haushaltssteckdose laden will, sollte daher seine Installation genau kennen und sich dieses Risikos bewusst sein.

Darf man an einer Steckdose Laden?

Laden an der Grenze der Belastbarkeit

Laut DIN VDE 0620-1 sind Haushaltssteckdosen nur für begrenzte Zeiträume mit 16 A belastbar. Nach dieser Norm eignen sie sich nicht für das Laden von Elektroautos, denn die Steckdosen und Leitungen arbeiten dabei dauerhaft nah an ihrem Limit. Das kann zu unzulässiger Erwärmung und den erwähnten Brandrisiken führen. Diese Ladeart ist technisch betrachtet eher eine Notlösung und kein Normalzustand. Wer sich dennoch dafür entscheidet, sollte nur unter Aufsicht und besser nicht über Nacht laden.
Bei fest installierten Wallboxen regelt die DIN VDE 0100-722 die Vorgaben, etwa zu den erforderlichen Fehlerstromeinrichtungen (RCD). Die Planung und Installation dieser Wallboxen erfolgt stets durch einen Elektrofachmann. Er stellt auch die Einhaltung der Normen sicher.

Große Unterschiede bei den Ladezeiten

Neben den Aspekten der Sicherheit ist die lange Ladezeit ein wesentlicher Nachteil von mobilen Wallboxen. Die Geräte haben meist eine Ladeleistung bis 3 kW. Ein VW e-Golf mit einem 35,8 kWh-Akku braucht damit an der Haushaltssteckdose knapp 13 Stunden bis er zu 80 Prozent aufgeladen ist. Mit einer fest installierten Wallbox dauert es nur noch rund 4 Stunden. So wird auch ein leerer Akku schnell startklar für die nächste Großstrecke.

Auf Dauer überzeugt nur die feste Wallbox

Eine mobile ICCB-Wallbox an der Haushaltssteckdose ist nur auf den ersten Blick attraktiv. Bei genauer Betrachtung ist die fest installierte Wallbox meist die bessere Wahl. Die Installation durch den Fachmann garantiert hier die notwendige Sicherheit (wir empfehlen eine Expertenprüfung auch bei Verwendung der Haushaltssteckdose). Außerdem verkürzt sich die Ladezeit bei festen Wallboxen um ein Vielfaches. Wer beide Varianten ausprobiert hat, kann sich mit der Notlösung an der Standardsteckdose vermutlich nicht mehr anfreunden.

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